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SEO 2016, was beeinflusst das Ranking wirklich noch?

Suchmaschinen im Wandel der Zeit

Eins vorweg, ich bin sicher nicht der SEO Spezialist, doch gemeinsam mit meiner Frau habe ich es in den letzten Jahren geschafft, einige mitunter sehr erfolgreiche Webseiten aufzubauen. Meine ersten Seiten habe ich schon Ende der 1990er Jahre erstellt, aber Ranking war damals noch kein Thema.Auch Larry und Sergey waren mit Ihrer Vision noch nicht am Markt. Es reichte, eine handvoll links in den damaligen Webverzeichnisen einzutragen und schon war man bei Yahoo, Altavista usw. gelistet, je nach Thema sogar in den oberen Positionen. Im Grunde wurde aber nur wild zu beliebten Seiten verlinkt und die Webmaster waren stolz darauf, gute Seiten verlinkt zu haben. Als sich mit Ende der 90er aber ein Boom entwickelte und langsam auch mehr und mehr Werbekunden das Internet entedeckten, verkamen die etablierten Suchmaschinen aber mehr und mehr zu virtuellen Werbetafeln und man fand kaum mehr wonach man wirklich suchte.

Als mit mitte/ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts (klingt genial, fühle mich immer noch wie der aufgeregte Techie von damals) die flatrates etablierten und sich fast jeder im Einzugsgebiet mittlerer Städte einen permanenten Internetzugang leisten konnte,
war die "Modeerscheinung" Internet (Bill Gates) fixer Bestandteil des täglichen Lebens.

Die oben genannten Suchmaschinen lieferten hauptsächlich bezahlte Ergebnisse gespickt von Werbebannern und plötzlich erschien Google...

Man konnte von nun an gezielt surfen und nach Themen suchen, die einem interessierten. Bis dato wurden links ja "analog" bzw. durch Mundpropaganda verbreitet:-) (Wir tauschten URLS im Freundeskreis/am Arbeitsplatz bzw. meiner damaligen Schule in gedruckter Form oder auf Schmierzetteln notiert aus)

Google prägte den Begriff "Ranking" indem die Suchmaschine, die wirklich das Internet durchforstete und einen Suchindex anlegte, in der Lage war, relevante Suchergebnisse zu liefern!
Mit dem rapiden Anstieg von Webseiten, die Anfang der 2000er im Internet erreichbar waren, stieg aber die Problematik der Relevanz. Warum sollte Seite xy nützlichere Informationen enthalten als Seite xz und vor ihr gereiht werden?

Pagerank hieß und heißt das Schlüsselwort.

Damals eine geniale Idee, mittlerweile aber zum SEO-Instrument verkommen, liefert die Anzahl der Verweise/Links zu einer Webseite schon lange nicht mehr die Popularität oder den Wert einer Domain bzw. der unter ihr abgelegten Inhalte.

Als ich mich Ende 2010 mit professionellerem Blickwinkel dem Internet widmete und das Potential für meine berufliche Zukunft (wieder-)entdeckte,
War das Thema Pagerank am Höhepunkt seines Lebenszyklus.

Längst kämpften nicht mehr enthuisiastische, idealistische Webmaster um die vorderen Plätze in den Suchergebnissen, nein, der Kapitalismus hatte entgültig im Internet Einzug gehalten.
Links, speziell von älteren etablierten Seiten wurden zu Unsummen gehandelt, Domains um 6 und mehr -stellige Beträge verkauft. Weil eben diese Links einem Shopbetreiber, einer Verkaufsplattform oder dergleichen zu hohen Positionen in den Google-Ergebnissen führten.
Hohe Positionen in Google bedeuten hohes Besucheraufkommen und dies wiederum hohen Umsatz. hochwertige Links als Investition eben. (wohl eher Spekulation)

Das zunehmend "missbräuchliche" setzen von Links hat Google zu Umdenken veranlasst und man hat den Pagerank (als Begriff) mit 2013 "sterben lassen".
Das heißt Webseiten, die nach 2013 veröffentlicht wurden, haben keinen Pagerank im eigentlichen Sinn mehr, sehr wohl aber gibt es Backlink-Updates, das heißt Google zählt nach wie vor die Links, die zu einer Seite führen. aber dieser Wert(e) soll nach und nach immer weniger Einfluss auf das Ranking einer Webseite haben.

Wers glaubt...

Die ehemalige SEO-Währung Pagerank existiert also schon fast 3 Jahre nicht mehr und man beobachtet wirklich vermehrt den Einfluss anderer Faktoren auf das Google Ranking als die reine Anzahl von eingehenden Links.

Google steht also vor dem Problem, Webseiten nach Inhalt und Relevanz bewetrten zu müssen, aufgrund der unzähligen Milliarden von pages natürlich maschinell. (Stichwort:Bots)
Wie aber soll eine Maschine erkennen, dass etwa dieser Artikel hier sich um Suchmaschinenoptimierung 2016 dreht und ich nicht nur die Keywords extensiv verwendet habe?

User Signals

Ein Ansatz, da Google als Quasi Monoplist im Suchmaschinenbereich in Europa sowieso genug Daten der Benutzer hat, ist das Verhalten der User. Dann kommen da noch Dder beliebteste Browser Chrome aus dem Hause G... und die Daten die damit gesammelt werden, Android und sämtliche angeschlossenen Dienste, Google-Drive, Gmail, Gdocs,...
Der Benutzer klickt auf ein Suchergebniss und wechselt zur geklickten Seite, wie verhält er sich nun? Wird die Seite sofort geschlossen, iest der User den Artikel oder sogar mehrere auf der betreffenden Seite, klickt er die Bilder an...

Hieraus versucht Google nun anhand unzähliger, natürlich streng geheimer Faktoren zu ermitteln, wie die Internetnutzer die einzelnen Webseiten aufnehmen. In SEO-Kreisen existieren nun Begriffe wie Bounce Rate, Verweildauer, Click Through Rate (CTR) und was weiß ich.

Mobiltauglichkeit, Ladezeiten und Webseiten Performance

Anfang 2015 behauptete man seitens Google, die Mobiltauglichkeit und das Darstellungsergbnis auf mobilen Endgeräten bei der Positionierung in den Suchergbnissen zu berücksichtigen. Wir hatten den größten Teil unsere Seiten 2015 ohnhehin schon responsive, und die, die es nicht waren, wurden angepasst. Im Vergleich der Statistiken der letzten drei Jahre konnte ich im Frühjahr 2015 keine Verbesserung abseits der saisonalen Schwankungen feststellen, und selbst einige unserer Mitbewerber mit einem Layout von 1024Pixeln fixer Breite ranken noch im gleichen Bereich.

Kommentarlinks

Mit Verbreitung der Content Managment Systeme, speziell Wordpress, wurde die Bloggerszene mit ihren Weblogs größer und größer. Im Gegensatz zu meiner altbackenen Vorgehensweise einer (nicht interaktiven) Webseite, können dort Artikel kommentiert und diskutiert werden und die User miteinander kommunizieren.
Als in den USA, die uns in Sachen Internet und dem damit einhergehenden Business ja um Jahre voraus sind, plötzlich Blogs ungeahnte Höhenflüge vollführten, weil diese eben untereinander vernetzt/verlinkt waren und somit im Ranking hochschnellten, erkannte man schnell den Wert von Backlinks in Form von Kommentaren und eingeschlossener Links zur eigenen Seite. Dies bot und bietet für fleißige, kommunikative Blogger/Seitenbetreiber eine schnelle und kostenlose Möglchkeit an Backlinks zu gelangen. Backlinks=Ranking=Besucher=Umsatz
Um das System nicht überzubewerten erfand Google "nofollow", nicht zuletzt auch wegen den unzähligen Links von und zu Social Media Plattformen/Web 2.0 Plattformen
Mit "nofolow" sollten also solche Links entwertet werden und nicht für die Berechnung des Rankings berücksichtigt werden, na klar (fast) alle machten brav, was der große Onkel sagt mittlerweile gibt es Links ohne "nofollow", ironischerweise "dofollow" genannt,

fast nur noch für Geld (keiner will ja den "Linkjuice" hergeben, auch so ein esoterischer absurder Begriff)
- aber halt!!! Kauf/Verkauf von Links verstößt ja gegen die Google Richtlinen für Webmaster "nofollow" ein Schuss ins Knie?
Wenn ich mir meine Nachbarschaft in den SERPS so ansehe, scheint follow oder nicht keine Rolle mehr zu spielen, hab ich mindestens 30 nofollow Links mehr als mein Mitbewerber mit der gleichen Keyword-Kombination, ranke ich vor ihm, egal wie gut seine Artikel ist! (Vorausgesetzt seine Homepage/Domain hat nicht signifikant mehr backlinks als meine.)

Kommentarlinks und Aktualität

Bei meinen Recherchen zum Thema Kommentarlinks bin ich auf eine interessante Neuerung gestoßen:
Google wertet sogar aktuelle Kommentarlinks mit (automatischem Zeitstempel) als update des Artikels.
Sprich: Jahrealte Artikel wurden in der Suche(Suchoptionen/Zeitraum/"letzter Monat") angezeigt, obwohl die Artikel sehr lange nicht aktualisiert wurden, aber ein Kommentar im letzten Monat hat ihn wieder "gepusht". Hierbei spielt es keine Rolle, in welchem Format die Datumsangabe ausgegeben wird. 30. August 2016 erkennt Google als 30.08.2016, wie es in der Suchergebnisseite direkt unter dem link angezeigt angezeigt wird.
selbiges erreicht man mit Mikrodaten, deren Aufwand sich meiner Meinung aber nicht lohnt, da Google dies nun ohnehin automatisch zu erkennen vermag.

Aktualität

Einen großen Rankingvorteil hatten bisher Seiten, die schon seit Jahren etabliert (aber alles andere als aktuell) sind.
Speziell solche im Themenbereich Webentwicklung (HTML, CSS und PHP, meinen Hauptthemen), die schon seit Einführung von Html2.1 bzw. CSS2 nicht gepflegt werden. Ich beobachte schon vermehrt, dass ich und meine Mitbewerber, die ihre Seiten regelmäßig updaten, teilweise vor diesen ehemaligen Pionieren ranken.
Bis vor einiger Zeit war es mir nicht möglich mit aktuellen Themen wie CSS3 und HTml5 vor den altbekannten Seiten zu ranken, mittlerweile scheint Google aber zu "verstehen" dass es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung besagter Artikel, noch gar kein CSS3 geschweige denn HTML5 gab und rankt aktuelle Artikel, die sich tatsächlich mit den Themen befassen endlich höher, auch wenn sie weniger als 200k (natürliche) Backlinks haben:-)

Die Ereignisse in den SERPS dieses Jahr lassen also Grund zur Hoffnung, dass Google langsam wirklich anfängt Content zu ranken und nicht nur die Seiten mit den meisten Backlinks!

Ich bin also gespannt, wie "clever" die Googlebots Webinhalte zukünftig einordnen werden und ranken,
denn selbst eine Größe wie Google kann es sich nicht leisten seine Nutzer zu vergraulen und wird deshalb in eigenem Interesse versuchen,
bestmögliche Ergebnisse auszugeben!